Dieses Equipment brauchst Du als Einsteiger

Um in den Zughundesport einzusteigen, braucht es eigentlich nicht viel: ein Geschirr, eine Leine – und los geht’s! Oder doch nicht?

Ganz so einfach ist es nicht. Denn beim Schlitten- und Zughundesport leisten die Hunde Schwerstarbeit. Damit die Hunde lange Freude an ihrer Tätigkeit haben und bis ins hohe Alter gesund bleiben, musst Du jedoch auf das richtige Equipment achten.

Bei Geschirren wird immer auf Zug geprüft, ob es richtig sitzt.

Egal, ob Du als Canicrosser/in, auf dem Bike, Scooter oder auf Schnee antrittst: Dein Hund benötigt in jedem Fall ein passendes Zuggeschirr. Deren Aufgabe ist es, die Zuglast optimal zu verteilen. Es gibt im Fachhandel inzwischen verschiedenste Arten von Zuggeschirren. Ich empfehle Dir in jedem Falle ein Zuggeschirr, das über die komplette Körperlänge reicht, z.B. ein X-Back-Geschirr (gibt es von verschiedenen Herstellern) oder das ZeroDC Faster. Halbgeschirre (z.B. ManMat Mehri oder ZeroDC Safety) verteilen die Zuglast zwar auch gut, haben aber einige entscheidende Nachteile: Der Karabiner wird oberhalb der Wirbelsäule eingehangen und schlägt beim Lauf auf den Rücken – sehr unangenehm für viele Hunde. Zudem muss bei diesen Geschirren immer darauf geachtet werden, dass die Leine schräg nach oben verläuft (sonst liegt sie auf dem Rücken auf). Das kann gerade bei großen Rassen (und kleinen Menschen) schwierig werden…

X-Back-Geschirre gibt es in zahlreichen Ausführungen von vielen Herstellern

Meine klare Geschirrempfehlung: Ein X-Back. Egal von welchem Hersteller, ich persönlich nutze die KX-Geschirre vom Bernd Weschle. Um die passende Größe zu ermitteln, empfehle ich einen Besuch bei einem stationären Fachhändler für Musherbedarf (soweit sich in der Umgebung einer findet). Wenn Du im Internet bestellst, solltest Du Dir die Maßanleitungen für den jeweiligen Geschirrtyp immer genau ansehen und enganliegend am Hund messen.
Ob das Geschirr richtig sitzt, überprüfst Du immer, wenn das Geschirr auf Zug sitzt. (Das geht zu Zweit meist am Besten.) Dort wo die Zugleine eingehangen wird ziehst Du (der Hund sollte dabei stehen bleiben). Dabei prüfst Du, wo der Größte Druck unter dem Geschirr zu spüren ist. Das sollte am Brustbein der Fall sein. Wenn sich die Kopföffnung des Geschirrs in den Hals des Hundes drückt, ist es definitiv zu groß oder zu klein (oder falsch eingestellt, falls es Stellschlaufen besitzt).

An das Zuggeschirr kommt eine Leine mit integriertem oder externem Ruckdämpfer. Die ausgezogene Leine muss zwischen zwei und drei Meter lang sein. Als Canicrosser/in befestigst Du die Leine am Bauchgurt. Der muss mindestens 7cm über die Wirbelsäule reichen. Ich empfehle Dir in jedem Falle einen breiten Laufgürtel mit Beinschlaufen. Das ist zwar keine Vorschrift, aber sehr hilfreich. Denn durch die Beinschlaufen wird der Gurt am Hochrutschen gehindert und der Zug wird optimal auf Dein Becken übertragen.
Als Biker oder Rollerfahrer kannst Du Deinen Hund auch über einen Bauchgurt mit Dir verbinden. Ich empfehle aber in jedem Falle, die Leine an der Lenkerstange zu befestigen.

Einen Panic-Snap kann man nutzen, muss man aber (in Deutschland) nicht.

Ob Du einen Soft-Schäkel oder Panic-Snap nutzt, um Deinen Hund in einer Notsituation schnell vom Bauchgurt oder Bike/Scooter trennen zu können, musst Du selbst entscheiden. Vorgeschrieben ist er nicht. Mir persönlich ist das Risiko zu groß, dass sich ein Panic-Snap versehentlich öffnet. Zudem habe ich es noch nicht erlebt, dass ich in einer entsprechenden Situation die Zeit gehabt hätte, den Panic-Snap zu greifen und zu öffnen.

Als Biker und Scooterfahrer benötigst Du in jedem Falle einen Helm (mit CE-Kennzeichen) und Handschuhe. Eine Schutzbrille empfehle ich Dir strengstens. Sie ist aber auch nicht zwingend vorgeschrieben.

Das Halsband darf auf keinen Fall ein Endloswürger sein (Zugstopp-Halsbänder sind okay), Kettenhalsbänder haben ebenfalls nichts im Zughundesport verloren.
Die offiziellen IFSS-Rennregeln sehen zudem vor, dass jedes Rad eines Fahrrads bzw. Scooters mit einer „effizienten“ Bremse ausgestattet ist. Wenn Du einen stark ziehenden Hund hast oder zwei Hunde anspannst solltest Du auf Scheibenbremsen setzen, sonst reichen vorerst auch gute Backenbremsen.

Der Fully Dog Scooter von Dyck Carts hat hinten einen 20″- und vorn 26″-Reifen.

Beim Scooter ist zudem eine Mindestgröße für die Reifen vorgesehen: 12 Zoll. Ich selbst würde mich aber niemals auf solch einen Scooter stellen. Mindestens 20 Zoll sollten es meiner Ansicht nach mindestens sein.
Sowohl beim Fahrrad als auch beim Roller solltest Du eine Bike-Antenne nutzen. Sie ist zwar nicht explizit vorgeschrieben, Du wirst aber keinen ambitionierten Musher finden, der ohne unterwegs ist. Die Bike-Antenne verhindert, dass die Leine ins Vorderrad gerät und es zu Verwicklungen und Stürzen kommt.

Zahlreiche Online-Shops bieten übrigens auch Einsteiger-Sets an, die bereits auf die gewünschte Sportart zugeschnitten sind. Für angehende Canicrosser gibt es dann Laufgürtel, Leine und ggf. weitere Extras im Paket. Scooter-Käufer erhalten bei vielen Händlern gleich die passende Antenne und Zugleine dazu. Nur das Zuggeschirr solltest Du in jedem Fall immer separat kaufen, damit Du das passende Modell in der passenden Größe für Deinen Hund findest. Falls möglich, solltest Du hierfür wirklich ein stationäres Fachgeschäft aufsuchen (keine Zoo-Läden, Zughunde-Läden!), damit Dir kundiges Personal helfen kann, das Geschirr zu finden, mit dem Dein Hund lange glücklich sein wird.

Hat Dir dieser Beitrag gefallen? Wenn Du Musherclub.de ein kleines Dankeschön hinterlassen möchtest, kannst Du das z.B. via PayPal tun: 2,50€5€10€Dein Betrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.