Krallenpflege – so geht’s richtig

Für unsere Rennhunde ist das Thema Krallenpflege im Winterhalbjahr eher uninteressant. Im Sommer – wenn die meisten Hunde ihre wohlverdiente Regenerationsphase genießen – wachsen die Krallen durch mangelnde Beanspruchung oftmals sehr lang. Wenn im Herbst dann die Krallen gekürzt werden sollen, damit die Hunde ordentlich laufen können, kommt es bei vielen Hunden zu Blutungen, die vermeidbar sind.

Das Hauptproblem liegt in der Blutversorgung bzw. dem empfindlichen Fleisch, das sich bei einem lang gewachsenen Nagel ausdehnt. Wird dann ein zu großer Teil der Kralle abgeschnitten, kommt es zwangsläufig zu leichteren bis mittelschweren Blutungen. Wie Du die Krallen Deines Hundes richtig trimmst und warum regelmäßige Krallenpflege wichtig ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Zu lange Krallen führen zu Haltungsschäden

Die Krallen der Hunde sind nur ein kleiner Teil an ihren Zehen, doch wenn sie zu lang sind, hat das Auswirkungen auf den gesamten Gangapparat der Hunde. Die Krallen sind ein wichtiger Teil der Anatomie der Hunde und ihre Länge definiert auch die Stellung der dahinter liegenden Knochen.

Bei einer normal kurzen Kralle stehen die Zehenknochen (Phalanges proximales und Phalanges mediae) fast im rechten Winkel zu einander. Bei verlängerten Krallen kommt es zur Verflachung bzw. Dehnung der Zehenknochen, was neben orthopädischen Problemen (Arthritis, chronische Knochenfehlstellungen u.a.) auch zu erhöhtem Stress und gesteigerter Aggressivität führen kann.

So werden Krallen richtig gekürzt

Innerhalb der Hundekralle befindet sich empfindliches, stark durchblutetes Gewebe. Abhängig von der Länge der Kralle dehnt sich diese Blutversorgung aus. Wenn eine Kralle bereits sehr lang ist – z.B. im Herbst, wenn die Kralle über den Sommer gewachsen ist und nicht regelmäßig getrimmt wurde – kann sie nicht einfach auf die Zielgröße gekürzt werden. In diesem Fall würde das empfindliche Gewebe verletzt werden – eine Blutung wäre die Folge.

Eine lange Kralle muss in mehreren Abschnitten gekürzt werden. Zunächst wird nur ein kleiner Teil der Kralle gekürzt. Daraufhin kann sich die Blutversorgung zurückziehen. Nach einigen Tagen wird wieder etwas gekürzt – idealerweise mit einer Feile*. Dabei kann sich das Gewebe innerhalb des Zehennagels langsam zurückziehen und wird nicht in Mitleidenschaft gezogen. Dieses Prozedere wiederholst Du bis die Kralle die gewünschte Länge besitzt.



Wie oft müssen die Krallen geschnitten werden?

Bei ordentlich gepflegten Krallen, die nicht allzu lang sind, reicht in der trainingsfreien Zeit ein regelmäßiger Schnitt alle drei bis vier Wochen. Dabei wird der Schnitt im 45°-Winkel angesetzt.

Während des Winterhalbjahres sind die Hunde in der Regel ausreichend lang unterwegs, damit der natürliche Abrieb diese Aufgabe übernimmt. Auch wenn Du mit Deinen Hunden im Sommer viel frei am Fahrrad läufst oder sie häufig buddeln können die Pflegeintervalle größer ausfallen. Spätestens wenn Du hörst, dass es klappert, wenn Dein Hund über einen Parkettboden läuft, ist ein Krallenschnitt fällig.

Schnelle Abhilfe nach einer Blutung

Gelegentlich kommt es trotz größter Vorsicht mal zu einer kleinen Blutung. In diesem Fall helfen Sprühpflaster*, Mittel wie Kwik Stop* oder ein anderes blutstillendes Medikament.

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