Gibt es bald Mindestgewichte für Wagen bei Dryland-Rennen?

Droht den leichten Trainingswagen wie Woko, Spider oder Speedy das Aus? Der SSNH fordert Mindestwagengewichte von bis zu 45kg.

Wenn es nach dem Wunsch des hessischen SSNH (Sleddogsports Nordhessen e.V.) geht, dann gibt es in Zukunft verbindliche Mindestgewichte in den Wagenklassen der deutschen Dryland-Rennen. Der Verein hat einen entsprechenden Antrag zur Verbandsausschusssitzung am 23. Juni eingereicht. Ob der Vorschlag eine Mehrheit findet, ist indes ungewiss.

IFSS empfiehlt Mindestgewichte 

Die IFSS schreibt nur vor, dass ein Trainingswagen stabil und sicher sein muss. Mindestgewichte werden lediglich empfohlen, nicht aber vorgeschrieben.

Der Antrag der Nordhessen bezieht sich auf die Empfehlung des Dachverbandes IFSS, der in seinen Rennregeln ein Mindestgewicht empfiehlt. In Regel 82.2.4 heißt es, dass für die Wagenklassen Mindestgewichte abhängig von der Gespanngröße empfohlen werden: 25kg in der 4-Hunde-Klasse, 35kg bei sechs Hunden und 45kg für 8-Hunde-Gespanne. Gleichwohl sind diese Gewichte nicht verpflichtend.

In den Rennregeln der IFSS heißt es lediglich: „Unabhängig von den genannten Gewichten sollen Wagen gut und sicher konstruiert sein, der Zahl der Hunde im Team angepasst, stabil und er soll so gut wie möglich die Sicherheit von Hunden und Fahrer garantieren.“

Während die generelle Beschaffenheit und Sicherheit von Renngeräten bei internationalen Meisterschaften kontrolliert wurde, spielte das Gewicht in den vergangenen Saisons noch keine Rolle. So waren bei der Dryland-Weltmeisterschaft der IFSS in Polen gerade in der 4-Hunde-Klasse zahlreiche leichtere Dreiräder zu beobachten. Das Carbon-Trike von Igor Tracz soll seinen Aussagen zufolge nur elf Kilogramm auf die Waage gebracht haben.

Der SSNH möchte den „Irrsinn immer leichtere[r] Wagen“ beenden. Wobei der hier zu sehende Dyck Speedy mit 35kg noch in der 6-Hunde-Klasse eingesetzt werden dürfte.

SSNH möchte „Irrsinn immer leichterer Wagen“ beenden

Der SSNH begründet seinen Antrag mit der Unfallgefahr, die mit leichteren Wagen steige. Wörtlich heißt es in der Antragsbegründung: „Die Unfallgefahr muss minimiert werden. Dem Irrsinn immer leichtere Wagen in Rennen einzusetzen muss gegengesteuert werden. Die Sicherheit im Rennbetrieb muss wieder mehr gewährleistet sein.“

Unfall trotz schwerem Wagen

Der einzige Sturz bei der Wagen-DM in Mühlberg 2017 passierte ausgerechnet mit einem 60kg schweren Wagen. Die Musher mit „Leichtgewichten“ kamen alle sicher ins Ziel. (Symbolbild aus Ströhen. Dieser Musher ist nicht verunfallt ;-))

Die Realität sieht indes anders aus. Bei der letzten Deutschen (Wagen-)Meisterschaft in Mühlberg gab es einen Sturz eines 8-Hunde-Mushers. Der jedoch hatte bereits auf einen schweren Wagen gesetzt und war statt seines 35kg-Rennwagens mit einem 60kg-Trainingswagen unterwegs. Seinen Worten zufolge war zudem nicht der Wagen Schuld am Unfall, sondern die zu dem Zeitpunkt überfrorene Strecke und ein Fahrfehler. Weitere Unfälle mit Beteiligung von Gespannfahrern in Deutschland waren für die vergangene Dryland-Saison bislang nicht recherchierbar.

Trotzdem, dass sie teilweise mit dem Dyck Carts Speedy (35kg) oder dem Alvaro Dog Kart Spider (36kg) in der 8-Hunde-Klasse gestartet waren, sind alle weiteren Musher bei dem Rennen in Mühlberg unfallfrei ins Ziel gekommen.

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