So funktioniert das neue VDSV-Qualifizierungsverfahren

Der Stake-Out bei der IFSS-EM 2016 in England. Je näher der Veranstaltungsort an Deutschland liegt, desto mehr – auch weniger ambitionierte – Sportler möchten teilnehmen.

Die ICF-WM in Polen, die IFSS-EM Dryland in Schweden und weitere internationale Meisterschaften werfen ihre Schatten voraus… Internationale Wettbewerbe sind Leistungsschauen, bei denen sich die Besten der Besten treffen (sollten). Während in Deutschland (noch) jeder Sportler für die Deutsche Meisterschaft melden kann, sind die Startplätze international limitiert. Die ICF hat das Feld bei der anstehenden Weltmeisterschaft auf 600 Starter begrenzt. Bei Wettbewerben mit Gespannklassen sind aufgrund der größeren Startabstände sowieso viel engere Grenzen gesetzt. Bei der IFSS können je Nation und Startklasse drei Sportler gemeldet werden. Bei der Canicross-Weltmeisterschaft kommt es auf die Anzahl der interessierten Starter an, ob eine Vorauswahl getroffen wird.

Um zu einem gerechten und einheitlichen Modus zu kommen, wie die Starter für internationale Turniere ermittelt werden, hat das VDSV-Präsidium einen neuen Qualifikations- und Nominierungsmodus ausgearbeitet, der bei der Rennleitertagung Ende April auf Schloss Buchenau vorgestellt wurde. Darin enthalten sind konkrete Voraussetzungen, die Teilnehmende erfüllen müssen sowie die Richtlinien, wie die deutschen Teams zusammengesetzt werden.

Voraussetzung: Deutscher mit VDSV-Mitgliedschaft

Allgemeine Voraussetzung für die Aufnahme in die Nationalmannschaft ist die deutsche Staatsangehörigkeit sowie die Mitgliedschaft in einem Verein, der dem VDSV angeschlossen ist. Für ICF- und WSA-Rennen reicht die Musher-ID, das heißt eine gültige Rennlizenz für die laufende Saison. Musher, die auf IFSS-Meisterschaften antreten, benötigen zudem eine internationale Musher-DID, die von der IFSS vergeben wird.

Als grundlegende Voraussetzung müssen Sportler mit internationalen Ambitionen an der Deutschen Meisterschaft in ihrer entsprechenden Startklasse teilnehmen. Zudem wird ein „entsprechendes öffentliches Auftreten“ sowohl im digitalen Raum wie im realen Leben eingefordert.

Das deutsche Team bei der IFSS-Weltmeisterschaft Dryland in Polen im vergangenen Jahr.

Drei Wege zur Qualifikation: Deutscher Meister, Rangliste oder Kader

Wer die allgemeinen Anforderungen erfüllt, muss sich nun durch Leistung beweisen. Wer Deutscher Meister in der laufenden Saison wird, ist für die internationale Meisterschaft gesetzt. Natürlich nur, wenn die deutsche vor der internationalen Meisterschaft stattfindet. Im Dryland-Bereich findet das Rennen in Mühlberg erst im Dezember statt, die IFSS-EM in Nybro (Schweden) jedoch schon Ende Oktober. Die ICF-WM geht gar schon am ersten Oktober-Wochenende über die Bühne.

Zudem wird der VDSV – soweit die Vereine entsprechend kooperieren – eine neue Rangliste auf die Beine stellen. Die Liste auf Basis von Norwegerpunkten wird für Snow und Dryland und nach den jeweiligen Klassen getrennt geführt. Diese Rangliste soll ausschlaggebend sein, um die Leistung konkurrierender Sportler objektiv bewerten zu können.

Der dritte Weg zu internationalen Wettbewerben führt über den VDSV-Kader. Die Sportkommission nominiert Musher, die regelmäßig sehr gute Leistungen erbringen, in den Kader. Diese Bewerber müssen an mindestens drei Qualifikations-Rennen teilnehmen.

Nominierung entsprechend Rangliste und Kader

Die konkrete Zusammensetzung der deutschen Teams auf den internationalen Meisterschaften obliegt letztendlich der VDSV-Sportkommission. Sie bestimmt das Verhältnis zwischen Ranglisten-Nominierten und Kader-Nominierten im nationalen Kontingent. Deutsche Meister sind definitiv gesetzt.

Für die Ranglisten-Nominierten sind die besten drei Ergebnisse ausschlaggebend. In Jahren, in denen die Meisterschaften so datiert sind, dass zuvor keine drei Ergebnisse zusammenkommen, wird die Rangliste des Vorjahres herangezogen. Das betrifft in diesem Jahr praktisch sowohl die ICF-WM als auch die beiden IFSS-Meisterschaften Dryland und Snow.

Daher werden ambitionierte Sportler, die bei diesen Meisterschaften teilnehmen möchten, aufgefordert, ihr Interesse bis zum 12. Mai für die ICF-WM und bis zum 1. Juli 2018 für die IFSS-EM bei der Sportkommission (sport@vdsv.de) anzumelden. Der Termin für die WSA-Meisterschaften wird noch bekannt gegeben, da dieser Verband noch keine Terminplanung für kommende Saison vorgelegt hat.

Qualifikation auf nationaler Ebene noch kein Thema

Während auf internationalen Rennen die Besten der Besten aufeinander treffen, kann sich bei nationalen Meisterschaften grundsätzlich jeder anmelden. Mit dem weiteren Wachstum der Canicross-Szene kommen die Veranstalter jedoch inzwischen an ihre Kapazitätsgrenzen, sodass Startlisten auf eine bestimmte Anzahl an Startern limitiert werden. Bislang profitierten davon vor allem diejenigen, die sich als erste angemeldet hatten.

Insbesondere bei der letzten Meisterschaft in Reisenbach konnte man gut beobachten, wie das Motto „first come, first serve“ dazu führte, dass viele langjährig erfolgreiche Sportler zunächst gar nicht auf die Startliste kamen.  „Es kann nicht sein, dass Wagenfahrer um ihre Startplätze bangen müssen“, beklagte Dirk Lehner, Beisitzer ECF (Vorgänger der ICF) im VDSV-Präsidium, bei der letzten Verbandsausschusssitzung. „Die Menge an Einzelhundesportler ist für viele Veranstalter fast nicht mehr zu händeln.“

Man müsse daher prüfen, ob die Deutsche Meisterschaft für Canicross und Gespannklassen getrennt ausgetragen wird, oder ob zumindest in den Ein-Hunde-Klassen Qualifikationsregeln eingeführt werden, „wobei ich eher für zum Letzteren tendiere“, so Lehner. Wie genau diese aussehen wird bleibt abzuwarten, zumal sich das VDSV-Präsidium hierüber selbst noch im Diskussionsprozess befindet. Für die Deutsche Meisterschaft im Dezember in Mühlberg dürfte es daher noch keinerlei Beschränkungen geben. Wie das im Herbst 2019 in Ströhen aussehen wird, bleibt abzuwarten.

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